Every story we broadcast via StoryCorner has the same structure. Five short chapters which we share one per day for one week (Monday to Friday). Each story includes one featured word that’s embedded in a sentence from our vocabulary trainer app vobot. The featured word is always written in bold. If you want to practice that word in the same sentence, all you have to do is add it to your learning list in vobot.

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Der Geschmack des Lebens

Author: Anette John

Monday: 

Gregor wachte auf und verspürte einen unendlichen Hunger. Nicht nur nach Essen sondern nach dem Leben in all seinen Geschmacksrichtungen. Er wollte es kosten und schmecken, also zog er los, um seinen Hunger zu stillen. Er traf eine alte Dame und sagte ihr: „Ich möchte Ihnen eine Freude machen. Ich stehle eine Rose im Nachbarsgarten für Sie.“ Gesagt, getan. Der Besitzer schimpfte: „Na warte Bursche!“ Doch der alten Frau eine Freude zu machen, schmeckte wie Vanilleeis.

Tuesday: 

Dann kam er in die Stadt. Die U-Bahn, die unter der Stadt fuhr, vibrierte unter seinen Füßen. An jeder Straßenecke spielten Straßenmusiker. Er setzte sich zu einem von ihnen und schloss Freundschaft. Die Glücksgefühle prickelten dabei wie Champagner in seinem Bauch. Doch er hatte immer noch Hunger. Also ging er in die Metzgerei und sagte: „Schneiden Sie mir bitte ein Stück Wurst ab!“

Wednesday:

Die Metzgerin hatte geflochtenes rotes Haar und grüne Augen. Er war hingerissen. Sie sagte: „Kann ich machen. Ich bin eine Fee.“ Die Fee gewährte ihm drei Wünsche. Gregor wählte weise. Er bekam eine Wurst, eine Verabredung zum Abendessen mit der Metzgerin und einen Kuss zum Abschied. Der Kuss schmeckte wie frische Erdbeeren.

Thursday:

Nach dem Kuss sagte er: „Das bisschen soll bis zum Abendessen vorhalten?“ „Das muss es wohl“, sagte die schöne Metzgerin und zwinkerte ihm zu. Um sich die Zeit bis zum Abend zu vertreiben, beschloss Gregor am Meer spazieren zu gehen. Seine Lippen schmeckten nach Salzwasser. Das gefiel ihm. Er setzte sich auf einen Liegestuhl und schloss kurz die Augen.

Friday: 

Der Wecker klingelte und riss Gregor aus seinen Träumen. Für einen Moment glaubte er, die schöne Metzgerin würde vor ihm stehen und ihm einen Kaffee reichen. Doch dann musste er sich eingestehen: Das ist ein Erzeugnis seiner Fantasie. Er stand auf und verspürte einen unendlichen Hunger. Nicht nur nach Essen sondern nach dem Leben in all seinen Geschmacksrichtungen. Er verließ die Wohnung.


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